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German Federal Air Force


Am Tag der Wiedervereinigung (3. Oktober 1990) stand die Luftwaffe vor einer beispiellosen Aufgabe: die Zusammenführung zweier Luftstreitkräfte, die bis vor kurzem gegnerischen Lagern angehörten und ein bis zun 31. Dezember 1994 zu erreichender Truppenabbau von 110'000 auf 82'400 Mann. Sie betrachtet diese Aufgabe nicht einfach als Reduktionsmodell, sondern will die Situation für einen völligen Neubau nutzen.
Dem Inspekteur der Luftwaffe sollen zukünftig ein Befehlshaber Luftwaffenführungskommando, ein Amtschef Luftwaffenamt und ein Kommandeur Kommando Logistik Luftwaffe direkt unterstehen. Das Führungskommando wird für operative Planung und Einsatzbereitschaft der Kampfverbände verantwortlich sein und würde im Konfliktfall zusätzliche Kompetenzen erhalten (bis hin zum Eingriff in die Bereiche der beiden anderen Kommandos). Dem Luftwaffenführungskommando unterstehen die beiden Luftwaffenkommandos NORD (1. LwDiv Karlsruhe, 2. LwDiv BirkenfeLd) und SÜD (3. LwDiv Münster, 4. LwDiv Aurich, 5. LwDiv Eggersdorf) auf Korps-Ebene, Ihre Aufgabe ist die Führung der fliegenden FlaRak-, Radarführungs-, logistischen Unterstützungs- und Ausbildungsverbände auf Geschwader/Regimentsebene in ihrem jeweiligen Regionalbereich. Dem Luftwaffenamt unterstehen in Zukunft alle Schulen, die Ämter für Flugsicherung und Wehrgeophysik, der Generalarzt und die Stamrndieniststelle.
Das Logistikkommando (zuständig für zentrale Bereiche der Logistik und Rüstung) führt zukünftig das Materialamt, die Materialkontroll- und Programmierzentren sowie logistische Bereiche. Dem Luftwaffenführungsdienstkommando bleiben die Verbände des Vührungsdienstes unterstellt, dem Lufttransportkommando die Lufttransportgeschwader.
Wie beim Heer gelten auch für die Luftwaffe für eine Übernahme des DDR-Wehrmaterials folgende Kriterien: Bedarf gemäss Luftwaffenstruktur 4, strukturgemässe Einplanung, vorhandene Ausrüstungslücke, Übergangslösung für in Entwicklung befindliches Material, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit, Leistungsfähigkeit und Versorgung ohne Abhängigkeit von der GUS, Funktions- und Betriebssicherheit, Anpassungsfähigkeit.

Besonderes Interesse findet die MiG-29. Vierundzwanzig wurden aus DDR-Beständen übernommen und beim Erprobungsgeschwader MIG-29 in Preschen (ihr entgültiger Standort war Ende April 1992 noch ungewiss) in Dienst gestellt. Sie werden in nächster Zeit die modernsten Jäger der Luttwaffe sein. Noch scheinen die logistischen Probleme bei Weiterverwendung Sowietischer Waffensysteme trotz zwischenzeitlicher Unterzeichnung eines Rahmeninstantsetzungsvertraqes mit den Russen fast unlösbar. So war beispielsweise Erbe April 1992 noch keines der MiG-29-Triebwerke - sie näherten sich der 350-Stunden-Grenze - in die Überholung gegangen. Die Nachschubsituation wird vom technischen Stab in Preschen als Kombination deutschcer Gründlichkeit mit sozialistischer Unordnung beschrieben. Ausser den MiG-29 betrieb die Luftwaffe Anfang 1992 folgende Flugqeräte sowjetiscnen Ursprungs: acht Antonow An-26, vier LET L 410S, drei Iljuschin Il-62M, sieben Mi-2, 20 Mi-8, sechs Mi-8S und zwei Tupolew Tu-154. Vier Su-22M werben nur im Rahmen limitierten Testprogramms erprobt.

Bis die Luftwaffe irgendwann in der zweiten Hälfte der 90er Jahre ein neues Jagdflugzeug erhalten wird, steht ihren Phantom (Anfang 1992 waren sieben F-4E und 152 F-4F im Einsatz) noch eine lange Dienstzeit bevor. Bis ein Nachflogemuster verfügbar ist, sollen umfassende kampfwertsteigernde Massnahmen die Effektivität sichern. Die Moderniesierung ist in vollem Gange. 40 für Jagdbomberaufgaben vorgesehene Maschinen sind bereits nachgerüstet (neue Ring-Laser-Plattform, digitale Luftwerterechner CUP-143A, Datenbus MIL-STD-1553B); bei den 107 für die Jagdrolle vorgesehenen F-4F werden darüber hinaus ein neues Bordradar (APG-65) installiert, Startgeräte für AMRAAM (Luft-Luft-Lenkflugkörper AIM-120A mittlerer Reichweite) eingebaut und das Sichtgerätesystem überarbeitet. Parrallel zu diesen Mssnahmen läuft die Verbesserung des Selbstschutzes der F-4F durch neue Radarwarnempfänger. Ab Mitte der 90er Jahre wird die Luftwaffe nicht mehr als 500 Kampfflugzeuge betreiben. Statt 14 werden nur noch zehn Kampfgeschwader existieren. Gemüss Luftwaffenstruktur 4 sind vier Jagdgeschwader vorgesehen, von denen zwei im Osten Deutschlands stationiert sein sollen. Ausgeüstet werden sie zunächst mit F-4F Phantom (Stützpunkt Laage in Mecklenburg-Vorpommern) und den genannten 24 MiG-29 in Preschen (Brandenburg). Ihre volle Einsatzfähigkeit ssollen die beidne ostdeutschen Jagdgeschwader jedoch erst nach dem erfolgten Abzug der sowjetischen Truppen erreichen.

Drei im Westen Deutschlands staionierten Jagdgeschwader werden den Tornado weiterhin in der Gegenangriffsrolle betreiben. Es ist geplant, die Nuklearfähigkeit dieser Maschine zu erhalten, um das Mitspracherecht auf diesem Gebiet innerhalb der NATO zu bewähren. Die übrigen Tornado-Geschwader erhalten eien gemischte Aussattung mit Maschinen zur Aufklärung.
Parallel zum Personalabbau wird die Luftwaffe in den nächsten Jahren nicht nur die meisten Maschinen sowjetischen Ursprungs und Veteranen wie die Dornier Do 28, sonern auch fast alle Alpha Jets - ohnehin nicht gerade der kampfkräftigeste Jagdbomber der Luftwaffe - ausmustern. Alle drei mit diesem Typ ausgerüsteten Jagdbomber geschwader werden aufgelöst.
Ebenfalls aufgelöst werden zwei Aufklärungsgeschwader mit RF-4E Phantom II. Ihre Rolle soll vom Tornado (ECR-Version) übernommen werden. An dem Höhenflugzeug Grob/E-Systems D500 hält die Luftwaffe fest. Höchste priorität wird auch von der Luftwaffe des wiedervereinigte Deutschlands in einem veränderten militärisch-politischen Umfeld der Luftverteidigung zugemessen. Ob es Ende der 90er Jahre zur Einführung des heissumstrittenen europäischen Jäger 90 oder eines "abgespeckten" Jäger 2000 kommen wird, ist heute (Sommer 1992) ungewisser denn je.
Due den weiteren deutschen fliegenden Verbänden gehören drei Luftransportgeschwader; eines im Osten stationiert. Nach der Auflösung des Huschraubertransportgeschwaders HTG64 werden ihnen nicht nur die Transall und die Transportmaschinen der ehemaligen NVA, sondern auch die UH-1D unterstehen. Beibehalten werden muss natürlich die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung.
Schliesslich existieren noch zwei taktische Ausbildungskommandos, eine Ausbildungseinrichtung für Tornado und das Deutsche Luftwaffenausbildungskommando USA in Fort Bliss/Texas. Die typische Ausbildung eines Jagdbomberpiloten umfass folgender Stationen: 1. fliegerische Eignungsfeststellung in Fürstenfeldbruck; 2. Erwerb des Militärfahrzeugführerscheins mit Instrumentenflugberechtigung auf Strahltrainern T-37-T-38 in Sheppard/Texas; 3. Tornadopiloten danach taktische Grundlagerausbildung auf Alpha Jet in Fürstenfeldbruck, dann Waffensystemausbildung auf Tornado in Cottesmore (GB) und Jever; anschließend taktische WEiterbildung im Einsatzverband; 4. Waffensystem- und Taktikausbildung für Alpha-Jet-Piloten in Fürstenfeldbruck und für F-4-Piloten in George (Kalifornien).
Die strukturellen Veränderungen der nächsten Jahre und der Aufbau der 5. Luftwaffendivision im OSten verursachen immense Kosten. Auf die Erfüllung weiterer Wünsche wir die Luftwaffe deshalb erst langfristig hoffen können.



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